Marktbericht und Vorschau 2018-2019

2018 geht zu Ende und wir wagen einen Ausblick auf das Immobilien-Jahr 2019 auf Mallorca.

In den letzten Wochen dieses Jahres haben wir mit vielen Kollegen aus der Makler- und Bauträgerbranche, aber auch mit Rechtsanwälten und Dienstleistern aus dem Baugewerbe gesprochen. Wir haben versucht die sehr unterschiedlichen Aussagen, Zahlen und Einschätzungen für das Immobilienjahr 2018 in Einklang zu bringen um sowohl für uns ein Bild zu zeichnen und Fazit zu ziehen, als auch unseren Kunden eine Basis für zukünftige Immobilienentscheidungen zu bieten. 

Abgesehen von einigen wenigen Aussagen, sind sich die meisten Kollegen einig, dass 2018 kein Rekordjahr werden wird. Dies ist insbesondere in den ansonsten verwöhnten top Märkten wie Puerto Andratx oder Palma zu spüren. Hier bewegen sich die Preise nicht erst seit 1-2 Jahren auf sehr hohem Niveau, und scheinen jetzt Ihr Limit erreicht zu haben. Das wiederum sorgt für ein wenig mehr Zurückhaltung bei Kunden, die nicht unbedingt zu einem Peak-Zeitpunkt einkaufen wollen und länger sondieren als noch vor zwei Jahren.

 

Darüber hinaus, sind zwei in den vergangenen Jahren starke Käufergruppen mehr oder weniger innerhalb eines Jahres verschwunden. Zum einen die Briten, die aufgrund Ihres Brexit-Chaos Investitionen in EURO Ländern scheuen, als auch die Schweden, die aus verschiedenen Gründen (überhitzter Immobilienmarkt, Währungsverfall, veränderte Darlehensbedingungen) ebenfalls stark eingebrochen sind. 

 

Des weiteren befindet sich ein Großteil der Off-Plan Verkäufe noch in der Bauphase und wird erst in 2019 bzw. 2020 übergeben. Diese Zahlen fließen in die aktuelle Marktanalyse nur unzureichend rein und verzerren so das aktuelle Bild.

 

Bei sorgfältiger Marktrecherche zeigt sich jedoch, dass die Nachfrage nach Mallorca-Immobilien grundsätzlich weiterhin ungebrochen hoch ist. Den Kunden fällt es bei dem aktuellen Preisniveau schlichtweg schwieriger das passende Objekt zu finden. Zudem ist der Optimismus und die Zuversicht in weiter steigende Preise in eine leichte Skepsis umgeschlagen, was die Entscheidungsfreude hemmt. 

 

Als Bauträger, der dank der Maklersparte ein wenig näher am Markt ist, als andere, sehen wir jedoch gerade auch in diesem Marktumfeld viel Potential und stimmen unsere Projekte eng mit Maklerkollegen ab um nicht am Markt vorbei zu bauen, wie einige unserer Wettbewerber. In gewissen Bereichen gibt es eine sehr starke Nachfrage die bisher ungenügend bedient worden ist. So sind moderne Neubauwohnungen als auch Neubauvillen im mittleren Preissegment extrem nachgefragt, solange sie sich im Südwesten bzw. im 15 Minuten-Radius um Palma befinden. Wir versuchen mit unserem Portfolio, diese Nachfrage abzudecken sowie neue Bauprojekte entsprechend zu projektieren. 

 

Auch der spanische Residenzial-Wohnmarkt hat an Fahrt aufgenommen und große Festland-Bauträger konzentrieren ihre Investitionen auf Mallorca und haben dabei nicht nur die Spanier, sondern auch die gut situierten Ausländer im Fokus. Jedoch bleibt abzuwarten, ob die Produkte dem Anspruch der Nordeuropäischen Klientel gerecht werden kann.

 

 

 

Grundsätzlich ist zu vernehmen, dass sich mehr und mehr Investoren auf dem Markt bewegen und versuchen einen Teil vom Kuchen zu erbeuten. Dies sowohl im Maklerbusiness als auch im Bauträgergewerbe. In beiden Fällen fehlt es nicht selten an Know-How, sondern auch an einem seriösen und langfristigen Engagement in das Unternehmen, deren Mitarbeiter und die Kundenbeziehungen. Für Kunden ist es bei dem sehr undurchsichtigen Markt mit immer mehr Teilnehmern schwierig geworden, den richtigen Partner zu finden. Hochauflösende Render, bei denen eines schöner ist als das andere, blenden häufig den Blick auf das Wesentliche. Abgesehen von einigen seriösen Bauträgern mit denen wir langjährige Geschäftsbeziehungen pflegen, sind wir dazu übergegangen keine neuen Off-Plan Immobilien mehr ins Portfolio aufzunehmen. Dies zum einen weil die vertraglichen Fristen für Fertigstellung und Übergabe in der heutigen Zeit nur schwer einzuhalten sind und vertragliche Konsequenzen und viel Ärger zwischen den Parteien droht, häufig aber auch, weil die Ausführung nicht dem entspricht was die Kunden erwartet haben. Zurecht oder Unrecht ist dabei unerheblich, wenn der Traum vom Haus schlussendlich für alle Beteiligten zum Ärgernis wird.  Auch unsere eigenen Bauprojekte werden in aller Regel erst mit Fertigstellung diskret und gezielt der passenden Zielgruppe angeboten.  

 

Als Fazit bleibt zu vermerken, dass 2018 als Konsolidierungsjahr gewertet werden kann. Überteuerte und minderwertig renovierte oder einfallslose Neubauprojekte konnten sich am Markt in der Regel nicht durchsetzen, was zu Preisreduzierungen geführt hat. Das gleiche gilt für an der Nachfrage vorbei gebaute Objekt, die nach längerer Vermarktungszeit preisreduziert worden sind (falscher Stil, schlechte Materialauswahl und Layout, zu groß etc.). 

 

Für innovative und hochwertige Neubauprojekte und Sanierungen in guten Lagen, werden auch weiterhin sehr hohe Preise realisiert. Wir gehen davon aus, dass der Trend hin zu mehr Qualität und gut informierten Kunden die länger sondieren, auch in 2019 weiter anhält und sich somit die Spreu vom Weizen trennt. 

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