Baustopp in Calvia

Ohne echte Vorwarnung hat das Rathaus in Calvia, immerhin die größte und für den Immobilienmarkt wichtigste Gemeinde im Südwesten Mallorcas, einen Baustopp für einen Großteil des küstennahen Raumes verabschiedet. Sowohl Architekten, als auch Bauträger, Investoren und private Bauherren wurden quasi über Nacht vor vollendete Tatsachen gestellt.

Uns selbst hat der Baustopp über die Zeitungen erreicht und auch wir haben uns, aufgrund verschiedener laufender und geplanter Projekte im Gemeindegebiet Calvia natürlich direkt besorgt an unsere Architekten gewandt. Aber auch diese hatten ihrerseits noch keinerlei weitere Informationen. Weder die Architektenkammer noch das Rathaus konnte in den ersten Tagen nachdem der Baustopp öffentlich wurde, detailliert erläutern auf welche Gebiete und für welche Fälle dies nun zutrifft.

Inzwischen sind die Gebiete, in welchen aktuell keine Baugenehmigung erteilt werden klar definiert und man kann sich auf einer Karte informieren, welche Grundstücke und Lagen betroffen sind.

Der Baustopp umfasst insbesondere die küstennahen Gebiete (grob gesagt die 1-4 Meereslinie) und soll für mindestens 1 Jahr andauern. In diesem Zeitraum will das Rathaus einen neuen Flächennutzungsplan entwerfen und man sucht im Rathaus innerhalb der Parteien nach einem Konsens. Zu erwarten ist, dass die bisherigen Bauvorschriften noch restriktiver ausfallen könnten. Diese Entwicklung konnte man bereits vor gut einem Jahr in Palma sehen, wo ebenfalls die Normen verändert wurden und Immobilien-Projekte angepasst und verkleinert werden mussten. Dies kann den Wert eines Grundstücks direkt beeinflussen und mit einer reduzierten Bebaubarkeit wird nicht selten auch der Preis nach unten angepasst.

Bei Investitionen in Grundstücke sollten Sie aktuell genau die Lage überprüfen und sowohl Makler als auch RA / Architekt sollten eine Prüfung der aktuellen Bebaubarkeit machen. Auch bei Bestandsimmobilien, die sich für eine Sanierung oder Umbau etc. eignen, sollte im Vorfeld geprüft werden, inwieweit diese Sanierung einer Genehmigungspflicht unterliegen könnte. Denn auch hier gibt es Einschränkungen und ggfs. ist der geplante „kleine“ Umbau in der aktuellen Lage überhaupt nicht auf legalem Weg durchführbar.

Wo Risiken sind, sind aber natürlich auch Chancen...

Private Bauherren, die Ihr Ferienhaus aktuell nicht bauen können, sind ggfs. an einem Verkauf ihrer Grundstücke interessiert, da Sie nicht 1-2 Jahre auf eine Lizenz warten wollen. Es kann also durchaus sein, dass man im überhitzten Grundstücksmarkt aktuell in Küstennähe das ein oder andere Grundstück findet, welches unter „normalen“ Bedingungen nie den Weg auf den Markt finden würde. Wer keine Eile hat und das Risiko sich verändernder Baunormen eingehen kann und will, könnte hier also ein attraktives Grundstück finden.

Darüber hinaus sehen wir die Tendenz, dass Grundstücke die sich zwar in Küstennähe, aber just außerhalb des betroffenen Bereiches befinden, im Preis steigen, eben weil sie aktuell bebaubar sind und Bauträger sich nun mit ihren Investitionen auf die wenigen verbleibenden Plots stürzen.

Gerne informieren wir Sie über die aktuelle Bebauungslage und stehen für Fragen zu dem Thema gemeinsam mit unseren Architekten jederzeit gerne zur Verfügung.

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