Mallorca Immobilien Markt Bericht 2016

Mit der Frage „wie sehen Sie die Entwicklung des Immobilien Marktes“ werden wir von Kundenseite nicht nur einmal die Woche konfrontiert. Grundsätzlich tendieren wir Makler sicherlich dazu, den Markt berufsbedingt immer ein wenig positiver zu sehen als der Kunde.

Jedoch sind auch wir in den letzten 18 Monaten immer wieder überrascht worden, von sehr schnellen Verkäufen, hohen Verkaufspreisen (Rekordpreisen) und einer starken Nachfrage in bestimmten Bereichen, die zu einer ungewohnten Entscheidungsfreude bei Kunden geführt hat.

Dabei zeigt sich eine ganz klare Schere. Unabhängig von der Lage, tendieren Käufer zu Neubauprojekten. Dies gilt für Palma, die Küstenregionen und mit Einschränkung auch in ländlichen Bereichen. Abgesehen von Ausnahmen sucht die aktuelle Generation der Käufer, eine moderne Architektur und offene, helle Räume mit einem pflegeleichten, durchdachten Konzept. Die Verwendung von bewährten und regionalen Materialien wie Naturstein, Mares und Holz ist dabei kein Widerspruch, sondern macht genau den Charme der aktuellen Neubauten aus. Insbesondere Luxuswohnungen mit Meerblick in kleinen überschaubaren Wohnanlagen mit nur 4-8 Einheiten erfreuen sich großer Beliebtheit. Aber auch Villen mit einem sehr progressiven und unverwechselbaren Design, sind im Fokus lifestyle-orientierter Käufer aus Nordeuropa. Weitaus weniger nachgefragt ist hingegen die traditionelle südländische Architektur mit Rundbögen, Terrakotta Fliesen und einem weniger offenen Layout. Diese Wohnungen und Villen, finden bei der aktuellen Käufergeneration wenig Interesse, sodass hier mitunter mit Preisnachlässen kalkuliert werden muss. In der Regel werden die Objekte erst wieder interessant wenn eine Untergrenze gefunden worden ist, bei der auch Investoren und Projektentwickler aufmerksam werden. Insbesondere Grundstücke in Küstenlagen sowie Sanierungsobjekte werden bei einem guten Preisniveau sehr schnell verkauft. Grundsätzlich gilt also, dass neben der Lage insbesondere die Architektur, das Design und die Ausstattung eine Rolle spielen. Neubauten spiegeln hier weitaus besser die Vorstellungen der Käufer wieder, als ältere mediterrane Immobilien. Die Kunden sondieren weiterhin sehr aufmerksam und gründlich den Markt und erwerben in der Regel nur bei einem sehr attraktiven Preisniveau und wenn aufgrund von Alleinstellungsmerkmalen (wie Lage, Blick, Architektur, Neubau, Ausstattung) Potential für weitere Preissteigerungen gegeben ist.

Insbesondere von Preissteigerungen betroffen ist Palma, hier mit Schwerpunk die Altstadt (Casco Antiguo) und renovierte oder neue Objekte mit Außenfläche (Terrassen oder großzügigen Balkonen). Aber auch die bekannten Szeneviertel wir Santa Catalina Portixol und Molinar und immer mehr auch die angrenzenden Viertel die in den Aufwärtssog dieser Hotspots gezogen werden. Dazu zählen z.B. Son Espanyolet, Son Armadams aber auch Ciudad Jardin und die hinteren Straßen und Bereiche von Molinar. Käufer und Investoren erwarten hier weitere Preissteigerungen und sehen mehr Potential als in den Kernviertel, wo der Markt schon recht aufgeheizt ist. Ebenfalls sehr hoch im Kurs stehen Neubau Wohnungen mit Meerblick zwischen Cala Major und Puerto Portals. Hier werden Luxuswohnungen zum Großteil schon Off-Plan verkauft und erzielen sehr hohe Preise. Was ebenfalls hervorsticht, ist die Nachfrage nach familien-orientierten Villen im absoluten Luxus Segment. Käufer suchen hier nicht mehr nur ausschließlich den perfekten Meerblick, sondern erwarten auch ein familien-freundliches Layout und Außenfläche für die Kids. Diese eher auf Fincas im Landesinneren gefundenen Merkmale, werden vom Markt nun langsam angenommen und Projekt Entwickler zeigen sich hier flexibler und sehen eine neue Zielgruppe für ihre Neubau Projekte.

Abschließend zu erwähnen ist, dass sich an den positiven Rahmenbedingungen der vergangenen Jahre nicht viel geändert hat und man daher mit einem sich weiter sehr schnell und positiv entwickelnden Markt und steigenden Preisen rechnen kann. Zu hoffen ist, dass die unsichere politische Lage und damit verbundene Steuererhöhungen dieses positive Klima nicht hemmen.

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